Nichts ohne uns über uns!

Und es geht weiter …

Natürlich handelt es sich hier um die Bloggerin von Autismus – Keep calm and carry on. Und wir sind auf Twitter häufiger in denselben Diskussionen beteiligt. Doch sie hat in diesem Strang [ausdrückliche Leseempfehlung!] ein Problem angesprochen, was speziell in den letzten Tagen gehäuft auftrat; Mit ihr sprach man. Mit uns Autisten nicht oder auf eine vollkommen andere Art und Weise. Auch wurden Reaktionen vollkommen verschieden bewertet, obwohl sie ähnlich ausfielen. Teilweise war ich es auch selbst, die einfach mal ignoriert wurde, oder der emotionales Verhalten unterstellt wurde.

Ein Beispiel [aus einer Diskussion in der es darum ging, dass Autisten _nicht_ zwingend einen höheren Hilfsbedarf haben als Asperger-Autisten und ebenfalls nicht zu 99.9% geistig behindert sind.]

[Ich]
Ehrlich, mir kommt es noch nicht Mal auf die Zahlen an. Nur machen Sie leider den Eindruck, als würden sie manche existierenden Vorurteile nicht hinterfragen wollen. Und das finde ich ziemlich schade.]

[Ein Heilerziehungspfleger in Ausbildung]
Ihre Ansicht. Die ist mir ziemlich scheiß egal.

Ich hatte in der Diskussion vorher nur einzelne Fragen gestellt, um seine Gedanken in eine etwas andere Richtung zu lenken. Weg von den offensichtlichen Vorurteilen. Übrigens von einer Person, die wohl mit Autisten arbeitet. Erst auf diesen Tweet kam von meiner Seite eine etwas schärfere Reaktion. Dann ging ich raus. Immerhin hatte man sich schon vorher darüber ereifert von Asperger-Autisten „angemault“ zu werden, wo er doch von frühkindlichen Autisten spreche [er schrieb _nur_ von Autisten. Oh … nettes Argument für die Diskussion um den umgangssprachlichen Begriff, nebenbei bemerkt]. Mir würde er also eh nicht mehr zuhören.

Irgendwann am Abend kam dann folgender Tweet, nachdem er u.a. bei AnitaWorks für die sachliche Diskussion bedankt hatte

Ihr seid vor allem nicht persönlich geworden, sondern fachlich und sachlich, persönliche Argumentationen hasse ich. Bringt halt nichts

Und dem wiederum widerspricht AnitaWorks entschieden. Wo ich mich nur anschließen kann. Ist mein sachlich formulierter Eindruck etwa auch schon ein persönlicher Angriff? Und als sie gefordert waren, habe ich durchaus schnell einen Artikel mit Nachweisen geliefert [ist übrigens lustig wenn man auf Google verwiesen wird, und der erste Eintrag die eigene Position unterstützt, nicht etwa die Gegenseite].

Wie gesagt. Es ist leider ein Problem, was in den letzten Tagen öfters vorkam. Autisten innerhalb der Diskussion wurden geziehlt ignoriert und ihnen ein Verhalten unterstellt, was nicht zutraf. Mit anderen Personen aber wurde dann genau dieselbe Diskussion geführt. Aktuell warte ich wieder in einer Diskussion auf eine Reaktion einiger eingeworfener Fragen. Ich meine, was sagt ein solches Verhalten über die Meinung bezüglich Autisten dieser Leute aus? Sind wir es etwa noch nicht einmal wert, dass man mit uns spricht, wenn es doch gerade um uns geht? Dabei ist es egal, ob es jetzt um Vorurteile geht, oder um die Verwendung des Begriffs außerhalb des medizinischen Kontextes. Man erkennt unsere Meinung nicht an, selbst wenn wir selbst direkt betroffen sind. Hier bei Diskussionen im Internet, aber auch bei diversen Fachkonferenzen über Autismus. Ein Umstand, der sich dringend ändern muss.

Nur wo soll man beginnen, wenn ein solches Verhalten überall auftaucht?

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2 Kommentare zu „Nichts ohne uns über uns!

  1. Hat dies auf Autismus – Keep calm and carry on rebloggt und kommentierte:
    Weiter kämpfen und gegen die Vorurteile argumentieren. Stichwort „steter Tropfen höhlt den Stein“.
    Ich möchte dabei unterstützen.
    Ich habe schon versucht es anderen Eltern zu erklären
    https://autismuskeepcalmandcaryon.wordpress.com/2016/10/16/zu-was-berechtigt-mich-der-autismus-meiner-kinder/
    und
    https://autismuskeepcalmandcaryon.wordpress.com/2016/10/01/behinderung-des-kindes-wer-ist-betroffen/
    und für mich am wichtigsten
    https://autismuskeepcalmandcaryon.wordpress.com/2017/04/01/aus-autistischen-kindern-werden-autistische-erwachsene/amp/
    Ja, ich verlinke hier nochmal auf meine Artikel in denen ich Eltern direkt anspreche denn ich möchte dass Eltern begreifen das ihre Kinder Ihnen nur das Recht geben Ihnen einen guten Start zu ermöglichen aber dass Sie sich niemals vor sie stellen dürfen. Und das sie Fachleuten entgegentreten müssen, wenn diese den AutistInnen verwehren für sich selber einzutreten oder gar über Ihren Autismus aufzuklären.
    Die wahren Experten für Autismus sind nunmal AutistInnen und niemand sonst.

    Gefällt mir

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