Ein Gedanke

Es gibt Personen, die behaupten genau über Autisten Bescheid zu wissen, weil sie

  • mit ihnen (zusammen) arbeiten/gearbeitet haben
  • mit ihnen zusammen leben/gelebt haben
  • Autisten in ihrer Verwandtschaft haben

Alle drei Punkte schützen leider nicht vor einer durch Vorurteilen belasteten Betrachtungsweise von Autisten. Vor allem, wenn Autisten (oder auch nur ein einzelner Autist) überwiegend als problematisch empfunden werden. Weil man seine Verhaltensweisen nicht versteht. Irgendwann wird man sich beginnen zu informieren. Oder wird von anderen Personen über Autismus informiert. Was aber sind viele Texte über Autismus? Wie wird noch zu oft von Personen, sie sich als Experten für Autismus bezeichnen, aufgeklärt? Vorurteilsbelastet. Bei den Texten kommen selbst seriöse Quellen oft nicht gut weg. Auch wenn andere Texte gut sind, die Plattform/Zeitung/ect. hoch qualitativ, sie scheitern zu oft aufgrund mangelnder oder falscher Recherche am Thema Autismus. Beispielsweise, weil nur Ärzte, Therapeuten oder gar Vertreter von ABA überhaupt befragt werden. Autisten selbst? Selten. Die Person fühlt sich in ihrer Erfahrung bestätigt und übernimmt die Vorurteile, ohne sie zu reflektieren. Wieso denn auch? Autisten werden zu oft als rätselhaft und unerklärlich bezeichnet.

Das schlimmste ist es jedoch, dass diese Personen sich aufgrund ihrer Erfahrung, die gängige Vorurteile über Autismus zu bestätigen scheinen, sich extrem schwer dazu bewegen lassen, diese zu überdenken. Denn ihrer Ansicht nach können es keine Vorurteile sein, sie HABEN es ja so erlebt. Dass man den Autisten dabei wahrscheinlich immer nur von außen betrachtet hat? Unerheblich. Man kommt ja gar nicht anders an sie dran. Dass der Autist selbst wahrscheinlich in einer für ihn misslichen Situation war, weil nie jemand auf seine Bedürfnisse eingegangen ist? Vielleicht sogar ständig im Overload war? [Ich denke hier speziell an eine sehr unangenehme Person, die sich damit rechtfertigte, immerhin mit Autisten zusammen in einem Heim gelebt zu haben.] Soweit scheint niemand zu denken Als Problem wird scheinbar niemals das Umfeld angenommen, sondern IMMER der Autist.

Der kritische Punkt bleibt, wo sich Menschen über Autismus informieren, aufgeklärt werden oder auch nur mit dem Thema erstmalig in Kontakt kommen. Doch wenn man all die fehlerhaften Artikel betrachtet, oder Darstellungen von Autismus wie im Tatort „Schwanensee“, scheint man sich der Verantwortung nur selten bewusst zu sein.

 

Autismus – Keep calm and carry on hat übrigens ebenfalls was zu den hier grundlegenden Diskussionen geschrieben und ebenfalls heute veröffentlicht. Wir haben das nicht abgesprochen! 🙂

 

2 Kommentare zu „Ein Gedanke

  1. Hat dies auf Semilocon rebloggt und kommentierte:
    Ich sage Leuten gerne, dass sie bestimmt schon mal einen Autisten getroffen haben, ohne das zu wissen. Da gucken die ganz erstaunt, weil sie natürlich davon ausgehen, Autisten müssen irgendwie „auffällig“ sein nach außen. Fragt man sich schon, wodurch eigentlich.

    Gefällt mir

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